Bitteres Pokalaus

germania

„Man hat keinen Klassenunterschied erkennen können.“

Zuschaueraussage nach dem Spiel

Mit einer beachtlichen Leistung gegen eine starke höherklassige Mannschaft kann sich Judenbach 3 Mal (!) nach einem Rückstand zurückkämpfen, muss aber am Ende dennoch die Segel streichen und sich in der Verlängerung mit 4 zu 3 geschlagen geben. In der regulären Spielzeit hatte man die Chance auf den Sieg, aber leider vergab man zu viele Gelegenheiten.

50 Zuschauer sahen eine sehr abwechslungsreiche und spannungsgeladene Partie, die gleich zu Beginn richtig Fahrt aufnahm. Die Gäste wollten ihrer Favoritenrolle gerecht werden und übten mächtig Druck aus. Judenbach kam kaum aus der eigenen Hälfte heraus und drosch am Anfang meistens die Bälle nach vorne. So rollte ein Angriff nach dem anderen aufs Judenbacher Tor zu und man hatte sichtlich damit zu kämpfen, die Null zu halten. Nach einem dieser Angriffe war der Ball eigentlich schon gewonnen, Stellmacher verursacht aber leichtfertig eine Ecke. Diese wird hereingebracht und kann abgewehrt werden. Den zurückspringende Ball nimmt P. Schmidt direkt, trifft aber nur den eigenen Mitspieler. Nachdem der Bach über weitere Stationen vor dem Strafraum hin und her prallt, landet er erneut bei P. Schmidt, der es im zweiten Anlauf besser macht und ins lange Eck zirkelt (17´). Dieser Treffer sorgte aber nicht wie vermutet für mehr Sicherheit und Kontrolle auf Seiten der Gäste. Im Gegenteil: Judenbach war endgültig aufgewacht und man übernahm weite Teile des Spielgeschehens. Die Bälle wurden nicht mehr lange nach vorne getreten, man versuchte nun von hinten flach aufzubauen. Dies brachte den Germanen gute Chancen ein, vor allem über Flanken und Standards wurde es gefährlich.  Reinhardt zweimal und Gläser einmal sorgten per Kopf für Gefahr, aber leider zu ungenau. Mit seinem dritten Kopfballversuch sollte Reinhardt dann endlich erfolgreich sein. Stellmacher wird an der Mittellinie nicht angegriffen und bringt den Ball hoch zum Elfmeterpunkt. Dort schraubt sich Reinhardt sehenswert in die Höhe und veredelt mustergültig (42´). So ging es mit einem gerechten Unentschieden in die Kabinen. In der zweiten Halbzeit sorgten vor allem etliche (Fehl-) Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns für Unmut auf beiden Seiten. Ansonsten änderte sich erst einmal nichts am Spielgeschehen. Heldburg wollte das Spiel wieder unter Kontrolle bringen, was ihnen aber nicht so wirklich gelingen wollte. Dennoch blieben sie erst einmal die gefährlichere Mannschaft, zwingende Chancen konnten sie sich aber nicht erspielen, die Germaniadefensive stand gut. Dann ein Freistoß für Heldburg von der Mittellinie und gleich nach Ausführung entscheidet eine schwache Schiedsfrau Zimmermann erneut auf Freistoß direkt an der 16er Kante. Sie wollte angeblich ein Foulspiel von L. Stellmacher gesehen haben, der aber ganz klar fair gespielt hat. Freistoßspezialist S. Schmidt legt sich die Kugel zurecht und zirkelt sie unhaltbar über die Mauer in den Winkel (60´). Judenbach gab aber nicht klein bei und antwortete prompt. Nachdem sich Metallari über rechts gut bis zur Grundlinie durchsetzt, bringt er den Ball hoch in die Mitte, wo wieder Reinhardt lauert und erneut per Kopf einnickt (64´). Die Heldburger offenbarten in diesem Spiel etliche Male ihre Anfälligkeit gegenüber langen Bällen. Bezeichnend dafür das Judenbachs 1,50 m großer Stoßstürmer gleich zwei Mal per Kopf treffen kann. Nach dem erneuten Ausgleichstreffer liefen die Germanen auf Höchstform auf. Die letzten 20 Minuten gehörten den Hausherren und in dieser Phase hätte man das Spiel für sich entscheiden müssen. Zunächst hat L. Stellmacher die beste Chance des Spiels auf den Fuß. Von Reinhardt schön bedient steht er alleine vor dem Kasten und er hätte nur ins kurze Eck schieben müssen. Er entscheidet sich aber für das lange Eck und so kann Steigmeier sehenswert parieren (70´). Danach ein weiterer Kopfball von Gläser nach einer Ecke. Auch dieser hätte im Tor landen müssen, aber Gläser trifft den Ball nicht richtig (75´). Steiner mit der nächsten Chance. Aus recht spitzem Winkel hätte er den Ball nur aufs Tor bringen müssen, aber das Leder verspringt ihm (78´). Dann noch einmal Gläser per Kopf. Diesmal trifft er den Ball, aber er verfehlt sein Ziel um wenige Zentimeter (85´). So retteten sich die Gäste glücklich in die Verlängerung und mit Wiederanpfiff hatten nun wieder beide Teams gleich viel vom Spiel. Dann eine erneute deutliche Fehlentscheidung von Zimmermann, die einen Treffer nach sich zog. Stellmacher wird im Zentrum klar gehaalten und verliert dadurch den Ball. Heldburg spielt schnell weiter und S. Stephan kriegt den Ball und lässt Engelhardt keine Chance (102´). Heldburg wähnte sich schon als Gewinner, doch abermals machte ihnen Reinhardt einen Strich durch die Rechnung. Goldrichtig steht er, als L. Stellmacher den Ball flach in die Mitte bringt und Reinhardt muss nur einschieben (105´). Die zweite Hälfte der Verlängerung war vor allem durch erschöpfte Spieler geprägt. Judenbach stellte hinten zu und mauerte nur noch, man wollte das Ergebnis über die Zeit und sich damit ins Elfmeterschießen retten. Heldburg wollte dies verhindern und unbedingt den Siegtreffer erzielen. Dies wollte ihnen aber nicht gelingen. Erst mit weiterer Hilfestellung von Zitzmann sollte es ihnen doch noch gelingen. In der letzten Minute entschied sie abermals auf Freistoß direkt am 16 er. Vorausgegangen war ein strittiges Handspiel von Zimmer. S. Stephan legt sich die Kugel wieder zurecht und erneut kann Engelhardt nur zusehen, wie der Ball unhaltbar vom Pfosten im Netz landet (120´). Judenbach warf in der verbliebenen Nachspielzeit noch einmal alles nach vorne, aber sie konnten sich nicht belohnen.

So schieden unsere Germanen am Ende äußerst unglücklich aus dem Kreispokal aus. Die Heldburger gratulierten aber zu einer tollen Leistung und einem klasse Fußballspiel und verabschiedeten sich in der Hoffnung, sich nächste Saison in der Liga wiederzutreffen. Und auch die heimischen Zuschauer zeigten sich äußerst zufrieden über die Leistung der Judenbacher. Weiter so Männer!

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